U-Boottreffen in Gossau / Schweiz

von Hans Hofmann sen. / Neulengbach

 

Am 1. und 2. Mai 2009 fand das „1. internationale Modell U-Boottreffen im Freibad Gossau“, Kanton Zürich, in der Schweiz statt. Im Jahr 2008 hatte der Verein MSZN (Modellschiffer Zürich Nord) bereits schon einmal ein Treffen organisiert, jedoch war dies „nur“ ein nationales Treffen. Diesmal hatte man sich die Latte etwas höher gesetzt und ein internationales Treffen organisiert.

Ein paar Mitglieder der IGU-Austria, namentlich Dominique Ohlmann, Andreas Deuring, Heinz Jelinek mit Gattin, Anton Schwarz mit Gattin, sowie  zweimal Hans Hofmann nahmen den weiten Weg auf sich und fuhren nach Gossau. Treffpunkt war in Bregenz, wo wir am Freitag Nachmittag ein Forschungs- und Arbeits- U-Boot besichtigen konnten. Andreas Deuring, selbst wohnhaft in Bregenz, hatte uns diese Besichtigung möglich gemacht, da er den Besitzer persönlich gut kannte. Er war Andreas’ früherer Arbeitgeber. Nach dieser Besichtigung fuhren wir dann im Konvoi über die Grenze Richtung Westen gegen Zürich zu.

Leider haben alle unsere Navigationsgeräte versagt, sodass wir erst gegen 21:00Uhr in Gossau eintrafen, wo wir schon von unseren Gastgebern erwartet wurden. Auch trafen wir an diesem Abend Norbert Brüggen, der sich von Mönchengladbach aus nach Gossau durchgekämpft hatte.

Wir wurden von unseren Gastgebern, Peter Schüpbach und Markus Bolli (beide nun auch schon IGU-Mitglieder) rührend umsorgt. Sogar ein Quartier hat man uns gebucht, wir wurden zum Hotel gebracht und am nächsten Morgen wieder von da abgeholt und zum Bad gelotst.

Nach einem beschwingten Tagesbeginn rührte sich wieder Hunger in uns. Die Kantine war jedoch auf diesen Ansturm gerüstet und versorgte uns mit Kaffee, Brot, Käse, Schinken, Butter und Feingebäck. So gestärkt wurde von uns dann die Örtlichkeit neugierig inspiziert. Eine wunderschöne Badeanlage mit Schwimmbecken, Sprungbecken und zwei Kinderbecken, eingebettet in eine schön gepflegte Grünanlage stand uns zur Verfügung. Saubere Toiletten, Sitzgelegenheiten im Freien und unter Dach fanden sich und noch dazu sahen wir überall freundliche, lächelnde und zufriedene Gesichter.

Um den Fahrbetrieb durch Störsender nicht zu beeinträchtigen sollten wir unsere Sender an einer zentralen Stelle abgeben. Dort wurden die Sender registriert und erhielten eine Nummer zugeteilt. Auch konnten wir dort unsere Wünsche über Fahrzeiten deponieren, zu denen wir dann unbehelligt mit unseren Sendeanlagen/Booten fahren konnten. Der Aufwand schien uns vorerst dafür groß zu sein, jedoch war dann die praktische Durchführung einfach.

Vereinsobmann Markus Bolli begrüßte in der Folge die zum Treffen angereisten Teilnehmer, die aus vielen europäischen Staaten den Weg nach Gossau gefunden hatten. Bald waren die ersten Boote im Wasser - genau so schnell waren einige aber auch wieder aus dem Wasser, da sich irgendwelche Probleme darstellten. Wassereinbruch, unerklärliches Fahrverhalten, Teile abgebrochen, etc. etc.

Plötzlich, keiner hatte es bemerkt, fing es zu regnen an. Diese Störung war schnell vorüber, mancher hatte es in seiner Konzentration die er seinem Boot entgegen brachte nicht einmal bemerkt. Bald kam die Sonne wieder hinter den Wolken hervor und hurtig ging das Treiben an beiden Becken weiter. Immer mehr Teilnehmer kamen in das Freibad und drängten sich beim großen Becken. Auch viele Familien kamen und bestaunten die vielen verschiedenen Modelle und interessierten sich für die feine Technik, bewunderten die filigranen Details oder ergötzten sich an der allgemein sich dargebotenen Szene.

Nachmittags wiederholte sich das Treiben beim Becken, manchmal schien die Sonne, manchmal Himmel – nichts zu sehen. Doch da, sollten das die nahenden Sturmwolken sein? Es schien uns, dass auf einmal von allen Seiten die Wolken sich mehrten und sich bedrohlich zusammenballten. Also auf, alles sturmfest machen, Boote in Sicherheit bringen, Plakate abnehmen, Transparente fixieren, die Fernsteuerungen einpacken, und so weiter. Die Wolken wurden dunkler, der Wind nahm zu, dann begann es zu regnen. Jedoch nicht so, wie man sich Regen vorstellt. Ein Sturzbach ging auf uns nieder und drohte uns zu ertränken. Der Wind hielt sich jedoch zurück und so konnten wir unter den aufgespannten Schirmen dieser Flut trotzen. Und, man sollte es nicht glauben, einige unbeirrbare Kapitäne standen beim Becken und fuhren mit ihren Booten in dem aufgewühlten Wasser.

Nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei, alles war schön gewaschen und das Treiben mit den Booten wurde wieder aufgenommen. Langsam gingen einzelne Teilnehmer mit ihren Booten unter dem Arm nach Hause, der erste Tag ging seinem Ende zu.

 

Markus und Peter baten dann die restlich Verbliebenen in der überdachten Veranda zu einem Umtrunk. Dabei bedankten sich die Verantwortlichen des Vereins bei den zahlreich erschienenen Teilnehmern und nahmen auf das eine oder andere Ereignis kurz Stellung. Dominque, unser französischer Freund der IGU und Hans, unser Erster, überreichten dann als kleines Gastgeschenk und Dank für die Einladung eine Auswahl französischen Weines an den Verein und ernteten damit entsprechenden Applaus. Es wurde unserer IGU auch die schweizerische Teilnahme an unserem Treffen in Neulengbach im heurigen September zugesichert, worauf wir uns schon jetzt freuen.

 

Und dann die große Überraschung, doch zuvor eine kurze Erklärung. Unsere IGU unterhält zu dem U-Bootmuseum in Cuxhaven sehr gute Kontakte und wird dem Leiter des Archivs, Herrn Horst Bredow, ein Modell einer Milchkuh für das Museum bauen, damit es dort im entsprechenden Rahmen aufgestellt und bewundert werden kann. Das Boot wird in Gemeinschaftsarbeit einiger IGU-Mitglieder hergestellt. Zur Unterstützung dieses Vorhabens überreichte Markus an Hans eine Spende des Schweizer Vereins in Höhe von EURO 100,-, damit sollen noch notwendige Anschaffungen ermöglicht werden. Wir alle von der IGU, die bei diesem Treffen dabei waren, waren von der großzügigen unerwarteten Geste voll überrascht. Hans brachte das auch durch seine Dankesworte zum Ausdruck. Er verknüpfte damit auch die Hoffnung, dass der Zusammenhalt innerhalb der Modell-U-Boot-Vereinigungen sich verstärken möge und, dass die Treffen verstärkt zu einem intensiveren Gedankenaustausch führen. Selbst wenn damit ein gewisser Zeitaufwand und auch Kosten entstehen, um diese Treffen zu besuchen – es lohnt sich für alle. Persönlicher Kontakt, direkte Diskussion und Lösungen techn. Schwierigkeiten können die Verbindung über das Internet nicht ersetzen.

Der erste Tag ging jetzt wirklich zu Ende, nach Essen und Trinken, viel Lachen und Zurückblicken fuhren wir wohl gestimmt in unser Quartier zurück. Bald schon kehrte in der Herberge Ruhe ein.

Am nächsten Morgen ging es früh wieder ins Freibad, wo uns bei Sonnenschein und klarem Himmel die freundliche Vereinsschar wieder begrüßte. Rasch werden die Boote aufgestellt und die Sender zentral deponiert. Dann der Ruf: „Auf zum Frühstück!!!!“ In gewohnter Weise werden die verschiedenen Rituale abgespielt und nach der Sättigung werden die Boote zu Wasser gelassen. Anders als am Vortag zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite. Langsam kommen auch Besucher in das Bad, um bei den Vorführungen dabei sein zu können. Markus erklärt der anwesenden Zuschauerschar unerschütterlich und mit klaren Worten die Funktionsweise der unterschiedlichen Tauchsysteme.

Unser aller Freund Norbert Brüggen ist, wie am Vortag, unerschütterlich im Einsatz und erklärt dieses und jenes, weist auf Fehler bei der Elektrik oder Elektronik hin und ist stets bemüht Licht in das Dunkel einzelnen Steuerungselemente zu bringen.

So läuft die Zeit dahin. Heute sind nicht mehr so viele Boote auf einmal im Wasser. Das nützt unser Dominique um seine neue NEPTUNE genau kennen zu lernen. Hans versucht es nun mit einem Tieftauchversuch mit seinem 7-er Boot. Im Sprungbecken stört ihn keiner und so geht es vorsichtig hinab in die großen Tiefen. Es scheint alles in Ordnung zu sein, das Boot reagiert wie es soll, mit Schleichfahrt kriecht es am Beckenboden. Befehl zum Auftauchen – Holla, was ist jetzt? Wieso geht das so zäh? Langsam hebt sich das Boot und nach geraumer Zeit durchstößt der Bug die Oberfläche. Das tiefer im Wasser liegende Heck verheißt nichts Gutes. Nachdem das Boot wieder im Trockendock liegt steht fest: „Boot macht Wasser“. Gott sei Dank nicht sehr viel, aber es reicht, um keinen neuerlichen Versuch mehr zu wagen. Das Wasser wird abgesaugt und der Deckelverschluss neu eingedichtet. Jetzt sollen die Akkus leer gefahren werden. Vorsichtig wird eine Runde gezogen, langsam geht es dahin, obwohl das Boot „volle Fahrt“ läuft. Gerade schaffen wir eine zweite Runde, dann nehmen wir das Boot wieder aus dem Wasser. Nachdem der Bootsrumpf wieder offen vor uns lag stellten wir eine Störung am Antrieb fest. Eine Kupplung zur Welle hat sich gelöst, sodass nur der halbe Antrieb zur Verfügung stand. Vor Ort wollen wir das Problem nicht mehr lösen. Mit leisem Bedauern verstauen wir unsere Utensilien und wenden uns dem Mittagstisch zu. Gegen 15 Uhr ist dann der allgemeine Aufbruch. Mit leiser Wehmut verabschieden wir uns von unseren Gastgebern, die uns voll Herzlichkeit und Freundschaft dieses Wochenende aufgenommen haben. Nach der Verabschiedung, bei der uns Peter versicherte bei dem U-Boot-Treffen in Neulengbach dabei zu sein, ging es dann zurück nach Hause. Wir (Hans und ich) nahmen diesmal eine andere Route und fuhren über Watwill, Wildhaus nach Lichtenstein und Feldkirch, wohl wissend, dass die Autobahnen und Schnellstraßen mautfrei befahren werden können. Abgesehen von einem langwierigen Stau in Deutschland kamen wir flott voran und zeitgerecht, aber müde, zu Hause an.

Das Wochenende war, trotz aller Anstrengungen ein wunderbares Erlebnis. Unser Dank gilt den freundlichen Schweizer Freunden, dem Engagements unseres Andreas, der Offenheit des Bregenzer U-Boot-Besitzers und der hervorragenden Kameradschaft unserer Truppe.

Wir hoffen, dass unser U-Boot-Treffen im September 2009 in Neulengbach ein ebenso großer Erfolg wird. Bis dahin wünschen wir Euch immer „Eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“.

Hans Hofmann  sen.

Markus Bolli mit „Kommandantin“ Moira Lancetti