So entstand das Andenken für Neulengbach 2009

Bei allen vorangegangenen Treffen wurde als Logo zum Fest eine bestimmte U-Boot-Type ausgewählt. So auch für 2009. Diesmal fiel die Wahl auf das größte U-Boot der Welt, die russische Typhoon-Klasse.

Aber wer hatte so ein Modell, das sich als Urmodell verwenden ließe? Andi Pfisterer hat ein kleines Modell, das uns aber nicht so recht gefiel. Und nach mehrmaligem Hin und Her habe ich mir gedacht, ich probiers selbst einmal. Da ich von Revell ein Modell dieses Typs im Masstab 1:280 (?) zusammengeklebt hatte fand ich in der Bauanleitung von damals eine recht gute Skizze ca. im Maßstab 1:1000 in Seiten- und Draufsicht. Weitere Details holte ich mir von Kurt Skrobanek-Gruber, der das Engel-Modell der "Typhoon" gebaut hat. Die Skizze wurde als Bauvorlage umgezeichnet, mit Maßen versehen und der Bau begann.

Zuerst wurde ein Rundstab aus Hartholz (Buche) auf der Drehmaschine mit dem erforderlichen Durchmesser hergestellt und geschliffen.

Zwei Stück des Stabes in der erforderlichen Länge wurden dann auf einer Seite abgehobelt, sodaß nach dem Zusammenkleben an diesen abgeflachten Seiten sich die entsprechende Breite des Rumpfes ergab. Weitere Schleifarbeit, teilweise von Hand, brachte dann die Form des Rumpfes zustande. Die Ruderflossen entstanden aus 1 mm Flugzeugsperrholz und der Turm aus einem Hartholzklötzchen. Danach wurde alles verspachtelt und wieder geschliffen. Details am Rumpf (Lukendeckel, Klappen der Raketenschächte,Turmfenster) entstanden durch Aufkleben von entsprechend ausgeschnittenen Stückchen gewöhnlichen  Druckerpapiers (eine entsetzliche Futzelei!). Die Schächte für die ausfahrbaren Bug-Tiefenruder wurden nur durch Einritzen angedeutet. Ebenso wurden Markierungen für die später anzubringenden Sehrohre am Turm angebracht.

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Bei alldem wurde auch auf eine leichte Ausformbarkeit des Modelles Bedacht genommen, was aber bei der recht einfachen Form des Bootes nicht schwierig war. In diesem Stadium begutachtete Peter Mistlbacher das Ding und fand es OK. Nun fertigte ich aus Holzleisten ein zerlegbares Kästchen an, in das das Modell auf zwei Stäbchen (gescheiterweise an den Stellen, an denen das Modell später auf dem Brettchen befestigt werden sollte) gestellt wurde.

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DSC01823Da Peter noch eine genügende Menge Silikon vorrätig hatte, haben wir erst einmal gemeinsam die erste Form gemacht: Modell und Form mit Trennmittel eingestrichen bzw. besprüht und die Form bis zur Hälfte ( bis zu den Heckflossen) gefüllt. Nach Abbinden dieses ersten Teils wieder mit Trennmittel versehen und danach das Modell schließlich völlig "versenkt". Nach ein paar Tagen wurde dann das Kästchen zerlegt und nach einigem Bemühen lagen schlußendlich die beiden Formhälften (Ober- und Unterteil) in guter Qualität vor mir. Da wir einerseits noch genug Silikon hatten, andererseits auch daran dachten, vielleicht einige der Modelle auch verkaufen zu können, habe ich insgesamt 4 Formen hergestellt.

Nachdem Peter mit der Beschaffung des Gießharzes einige Probleme hatte, hat es eine Weile gedauert, bis wir dann mit dem Gießen anfangen konnten. Auch das hat er mir erst einmal vorgemacht und dann entstanden im Taktverfahren in gewünschter Stückzahl die Modelle, wobei Hans Hofmann auch eine Form und die entsprechende Menge Harz bekam und sich ebenfalls am Guß beteiligte. Alle Gießlinge landeten schließlich wieder in meinem Bastelkeller.

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Parallel zu den Gießarbeiten wurden auch die Unterteile der Modelle für die Befestigung auf den Brettchen entsprechend dem Durchmesser der zu verwendenden Schrauben vorgebohrt und danach gemeinsam mit Kurt auf dem von Franz Baumgartner zur Verfügung gestellten Bandsdchleifer plangeschliffen und nach restlichen Putzarbeiten mit den Oberteilen zusammengepaßt. Diese Arbeit erfolgte wegen des entstehenden Staubes bei Schönwetter in meinem Garten (Das hatten wir ja schon einmal). Abschließend wurden die Teile nocheinmal verputzt und zusammengeklebt. Jetzt sahen sie schon wie kleine U-Boote aus.

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Danach trat wieder Peter Mistlbacher in Aktion und lackierte die Modelle mit mattschwarzer Farbe aus der Sprühdose. Es war erstaunlich, wie dadurch die Strukturierung, die vorerst fast nicht sichtbar war, hervortrat. Jetzt waren die Sehrohre an der Reihe. Sie entstanden aus Stecknadeln, die entsprechend abgezwickt in die am Turm vorgesehenen Stellen in vorgebohrte Löcher eigeschlagen wurden.

 

 

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Der Nächste, der an der Reihe war, seinen Beitrag zu leisten, war Peter Horvath. Er fertigte in seiner Werkstatt im SMZ-Ost nach Dienstschluß die erforderliche Anzahl der Bretterln zum Montieren der Modelle an, lackierte sie und lieferte auch gleich die passenden Schrauben mit. Über jeder Schraube kam bei der Montage eine kleine Metallhülse und in etwas mehr als 2 Stunden hatten Kurt und ich alle Modelle fertig montiert.

 

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Vier Obstkartons von SPAR waren nun gefüllt und nach und nach brachte Kurt an jedem Modell mit weißer, gelber und roter Farbe entsprechende Farbtupfen an den Lukendeckeln und am Turm (= Sowjetstern) an. Mitte August wurden die Modelle an Hans Hofmann geliefert, der dann mit seiner Gefährtin Lydia noch je ein Klebeschildchen zu Erinnerung an das "7. Internationale Modell-U-Boot-Treffen" und eines mit der Typenbezeichnung und Angabe des Maßstabes anbrachte.

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Die ganze Arbeit hat mir von Anfang bis Ende viel Spaß gemacht, mir andererseits aber auch viel Zeit gekostet, sehr zum Schaden meines laufenden U-Bootprojektes "Epsilon". Ich habs aber wirklich gern gemacht und hoffe, dass die Beschenkten eine kleine Freude mit den Dingern haben.

Danke an alle, die dazu ihren Beitrag geleistet haben und an meine liebe Frau, die die entsprechende Geduld hatte und mich an meinen "Putzerln" werkeln ließ, ohne zu meckern.

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Toni