Änderung der Stromversorgung

Nachdem wir auf das lt. Baukasten U-47 der Fa. ROBBE vorgesehene Relais, um eine Durchführung durch den Geräteträgerdeckel zu sparen, verzichtet hatten, behagte es uns aber nicht, dass zwischen Einschalten und Beginn des Fahrens so viel Zeit auf Kosten der Akkus verstrich. So beschlossen wir, angeregt durch Franz Baumgartner, zum Einschalten Reed-Kontakte und ein zugehöriges Relais zu verwenden. Dieses konnte ich dann auch gleich zum Einschalten der Beleuchtung verwenden und habe somit auch eine gute Kontrolle über den Schaltzustand des Bootes. Die Kontakte wurden, wie auch das Relais am vorderen Ende des Geräteträgers angebracht. Das erforderte eine geringfügige Veränderung der Anordnung der Fahrtregler und des Empfängers. Zum Schutz der Anlage wurde auch eine Stecksicherung aus dem Kfz-Bau in den Stromkreis geschaltet und an der Unterseite des Geräteträgers angeordnet.

Erfahrungen

Die Veränderungen am Turm und die Beleuchtung haben das Erscheinungsbild der Boote wesentlich verbessert. Außerdem habe ich mein Boot in U-48 (Schulboot der 3. ULD - U-Boot-Lehrdivision) umgetauft und auch mit dem entsprechenden Emblem versehen, da ich mich nur ungern unter zig U 47 herumtreibe. Die optimierte Turmentlüftung trägt wesentlich zur Verbesserung des dynamischen Tauchverhaltens bei. Das konnte auch Kurt eindeutig feststellen. Etwas schwieriger war es bei der Stromversorgung: Eine 7,5 A - Sicherung hielt nicht einmal den Leerlauf der Maschinen auf dem Trockenen aus. Daher nächste Stufe: Messen. Das Ergebnis waren 8 - 9 A im Leerlauf. Deshalb verwendeten wir als nächste eine 10 A - Sicherung. Im Wasser (Pool) war dann auch das zu wenig. Um von den hohen Ampere-Werten wegzukommen habe ich die ursprüngliche 6 V - Anlage (zwei Bleiakkus parallelgeschaltet) kurzerhand auf 12 V (Akkus in Serie) umgeschaltet. Jetzt schien es zu funktionieren, aber die Drehzahl der Motoren war zu hoch und damit im Wasser die Stromaufnahme wieder zu stark. Abhilfe versprach nun die Verwendung von kleineren Schrauben. Nachdem wir bis hierher alles eigentlich parallel gemacht hatten und uns auch gegenseitig geholfen haben, gingen wir nun getrennte Wege: Kurt versuchte es zuerst mit 6 V und kleineren Schrauben wovon er sich ein sanfteres Tauchen versprach. Der Erfolg blieb aus, da die für das dynamische Tauchen notwendige Geschwindigkeit nicht mehr erreicht werden konnte. Deshalb baute er wieder die Originalschrauben ein. Ich baute 30 mm - Schrauben ein und blieb bei 12 V Spannung. Wir fuhren zu meinem Freund an den Teich und probierten. Siehe da, es klappte in beiden Versionen (nun mit 15 A - Sicherungen). Bei Kurt war das Tauchverhalten durch das nunmehr mögliche rasche Entweichen der Luft aus dem Turm deutlich verbessert und die Tendenz zum senkrechten Abtauchen des Bootes auf ein Minimum reduziert, sonst ergab sich im Verhalten des Bootes im Vergleich zur Ursprungsausführung keine Änderung. Bei mir zeigte sich durch die kleineren Schrauben ein ruhigeres Fahren im Überwasserbereich bei kleinen Steuerausschlägen, aber trotzdem eine ausreichende Geschwindigkeit beim dynamischen Tauchen. Die verbesserte Turmentlüftung wirkt sich auch bei mir deutlich positiv aus.

Beim Fahren in Seeham konnten wir mit unseren Booten durchaus guten Eindruck machen. Zwei kleine Nachteile ergaben sich bei Tonis Boot und sollen nicht verschwiegen werden:

  1. Durch die kleineren Schrauben ist der Druck auf die Seitenruder deutlich kleiner geworden und damit das Manövrieren etwas erschwert und
  2. musste wegen des zusätzlichen Gewichtes von Lichtakkus und Relais ein Teil des Ballastes aus dem Kiel entfernt werden, was zu verstärkter Krängung bei gegenläufigen Schrauben und vor allem bei Unterwasserfahrt führte.

Im Ganzen sind wir aber mit dem derzeitigen Verhalten der Boote wirklich zufrieden und wenn ich nicht noch einen Tauchtank zum statischen Tauchen einbaue, bleibt meine U-48 noch lange so wie sie ist. Die Umbauzeit betrug bei Kurt etwa 25 Stunden, bei mir etwa 55 Arbeitsstunden. Im Übrigen habe ich noch einen zweiten Bausatz U-47 von ROBBE und aus dem soll ein statisch tauchendes VII D - Boot werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Toni Schwarz