Erfahrungsbericht einer Robbe U-47

Der Artikel ist auch nachzulesen in der "Turm ist raus", Ausgabe 19.

 

Nachdem sich unsere U-Boot-Modelle sowohl bei den Fahrten auf einem privaten Teich, als auch - und das war uns viel wichtiger - beim 3. Internationalen Modell-U-Boot-Treffen in Neulengbach und dann auch auf der Wiener Modellbaumesse 2001, recht gut bewährt haben, hat es uns doch gereizt, die Boote mit weiteren Details auszustatten. Anlass war der Vergleich mit Kollegen, die mit Modellen an den Start gingen, die alle Stückerln spielten . Auch hat mich das Nachtfahren in Neulengbach, an dem ich mit meinem unbeleuchteten Boot nicht teilnehmen konnte, dermaßen beeindruckt, das ich spontan den Entschluss fasste, die Positionslampen zu beleuchten. Und wenn wir schon die Boote zumindest teilweise zerlegt haben, so sagten wir uns, dann wollen wir gleich noch zur Verbesserung des Erscheinungsbildes einiges tun und fehlende Details, die im ROBBE-Bausatz nicht enthalten sind, hinzufügen.

 

Weitere Detaillierung des Turmes

Aus Unterwasseraufnahmen des Kollegen Hutterer aus Linz, die er in Neulengbach von meinem Boot machte und mir dann dankenswerterweise zuschickte, ersahen wir, dass die Entlüftung des Turmes beim Tauchen durch die einzige Bohrung am hinteren Turmende nicht befriedigend war. Daher versuchte ich in den Turmboden Schlitze - ähnlich wie im Deck - zu schneiden. Dies misslang aufgrund meiner bescheidenen technischen Möglichkeiten. Es wurde deshalb der Turmboden in größeren Segmenten geöffnet und diese mit feinmaschigem Fliegengitter abgedeckt. Dadurch wurde die Entlüftung völlig unproblematisch gemacht. Kurt hat eine einfachere technische Lösung gemacht: Er öffnete das Turmluk und hat außerdem die Frischluftansaugung für die Dieselmotoren als zusätzliche Turmentlüftung verwendet. Weiters wurde durch jeden von uns der Turm mit UZO-Säule, Peilrahmen, Auftritten und Steuerstand nach Fotos in verschiedenen Büchern (entliehen von P. Mistlbacher) aufgerüstet. Das Ergebnis kann sich nach meiner Meinung sehen lassen.

Beleuchtung der Positionslampen

Zuerst ging ich einmal auf die Suche nach geeigneten Lämpchen für die Positionslampen. Glücklicherweise wurde ich in einem Modellbaugeschäft auch recht bald fündig. Es handelt sich dabei um kleine längliche 3 V - Birnchen, die wunderbar in die Lampenkörper des Bausatzes passen. Nur nach dem Hersteller darf man mich nicht fragen, ich weiß es nicht, da ich sie als Gelegenheitskauf bekam. Als ich die Lampen dann hatte, stellte sich die Frage: Wie befestige ich sie im Lampenkörper? Die Antwort war recht einfach: Ein Tropfen UHU PLUS SOFORTFEST, ein glasklar binnen 2 Minuten aushärtender Zweikomponentenkleber, verschloss den Lampenkörper wasserdicht. Nachteil: Brennt ein Birnchen vielleicht einmal durch, muss man gleich den ganzen Beleuchtungskörper wegschmeißen. Die nächste Frage war die nach der Stromquelle. Da wir unsere Boote im BEC-Betrieb fahren, wollte ich den vorhandenen Akku nicht auch noch mit der Beleuchtung belasten . Außerdem stimmte ja auch die Spannung nicht. Also kam ich auf die Idee, zwei aufladbare Mignonzellen zu verwenden, welche die Birnchen ausreichend, aber nicht zu grell beleuchten, d.h. keine Spannung an der Leistungsgrenze und somit eine längere Lebensdauer. Aber wohin mit den Batterien? Bei Betrachtung des Geräteträgers kam ich dann auf die Lösung: Verlege einfach die Ruderservos nach hinten nebeneinander und du hast Platz für die Batterien. Und so geschah es. Ich fertigte nach viel Probiererei und Messerei einen neuen Träger für die Servos aus Kunststoff, den ich über den bestehenden Ausschnitt klebte, und montierte die Servos nebeneinander (siehe Foto), wobei ich mich beglückwünschte, nicht originale ROBBE-Servos verwendet zu haben, sondern kleinere.

 


 

Änderung der Stromversorgung

Nachdem wir auf das lt. Baukasten U-47 der Fa. ROBBE vorgesehene Relais, um eine Durchführung durch den Geräteträgerdeckel zu sparen, verzichtet hatten, behagte es uns aber nicht, dass zwischen Einschalten und Beginn des Fahrens so viel Zeit auf Kosten der Akkus verstrich. So beschlossen wir, angeregt durch Franz Baumgartner, zum Einschalten Reed-Kontakte und ein zugehöriges Relais zu verwenden. Dieses konnte ich dann auch gleich zum Einschalten der Beleuchtung verwenden und habe somit auch eine gute Kontrolle über den Schaltzustand des Bootes. Die Kontakte wurden, wie auch das Relais am vorderen Ende des Geräteträgers angebracht. Das erforderte eine geringfügige Veränderung der Anordnung der Fahrtregler und des Empfängers. Zum Schutz der Anlage wurde auch eine Stecksicherung aus dem Kfz-Bau in den Stromkreis geschaltet und an der Unterseite des Geräteträgers angeordnet.

Erfahrungen

Die Veränderungen am Turm und die Beleuchtung haben das Erscheinungsbild der Boote wesentlich verbessert. Außerdem habe ich mein Boot in U-48 (Schulboot der 3. ULD - U-Boot-Lehrdivision) umgetauft und auch mit dem entsprechenden Emblem versehen, da ich mich nur ungern unter zig U 47 herumtreibe. Die optimierte Turmentlüftung trägt wesentlich zur Verbesserung des dynamischen Tauchverhaltens bei. Das konnte auch Kurt eindeutig feststellen. Etwas schwieriger war es bei der Stromversorgung: Eine 7,5 A - Sicherung hielt nicht einmal den Leerlauf der Maschinen auf dem Trockenen aus. Daher nächste Stufe: Messen. Das Ergebnis waren 8 - 9 A im Leerlauf. Deshalb verwendeten wir als nächste eine 10 A - Sicherung. Im Wasser (Pool) war dann auch das zu wenig. Um von den hohen Ampere-Werten wegzukommen habe ich die ursprüngliche 6 V - Anlage (zwei Bleiakkus parallelgeschaltet) kurzerhand auf 12 V (Akkus in Serie) umgeschaltet. Jetzt schien es zu funktionieren, aber die Drehzahl der Motoren war zu hoch und damit im Wasser die Stromaufnahme wieder zu stark. Abhilfe versprach nun die Verwendung von kleineren Schrauben. Nachdem wir bis hierher alles eigentlich parallel gemacht hatten und uns auch gegenseitig geholfen haben, gingen wir nun getrennte Wege: Kurt versuchte es zuerst mit 6 V und kleineren Schrauben wovon er sich ein sanfteres Tauchen versprach. Der Erfolg blieb aus, da die für das dynamische Tauchen notwendige Geschwindigkeit nicht mehr erreicht werden konnte. Deshalb baute er wieder die Originalschrauben ein. Ich baute 30 mm - Schrauben ein und blieb bei 12 V Spannung. Wir fuhren zu meinem Freund an den Teich und probierten. Siehe da, es klappte in beiden Versionen (nun mit 15 A - Sicherungen). Bei Kurt war das Tauchverhalten durch das nunmehr mögliche rasche Entweichen der Luft aus dem Turm deutlich verbessert und die Tendenz zum senkrechten Abtauchen des Bootes auf ein Minimum reduziert, sonst ergab sich im Verhalten des Bootes im Vergleich zur Ursprungsausführung keine Änderung. Bei mir zeigte sich durch die kleineren Schrauben ein ruhigeres Fahren im Überwasserbereich bei kleinen Steuerausschlägen, aber trotzdem eine ausreichende Geschwindigkeit beim dynamischen Tauchen. Die verbesserte Turmentlüftung wirkt sich auch bei mir deutlich positiv aus.

Beim Fahren in Seeham konnten wir mit unseren Booten durchaus guten Eindruck machen. Zwei kleine Nachteile ergaben sich bei Tonis Boot und sollen nicht verschwiegen werden:

  1. Durch die kleineren Schrauben ist der Druck auf die Seitenruder deutlich kleiner geworden und damit das Manövrieren etwas erschwert und
  2. musste wegen des zusätzlichen Gewichtes von Lichtakkus und Relais ein Teil des Ballastes aus dem Kiel entfernt werden, was zu verstärkter Krängung bei gegenläufigen Schrauben und vor allem bei Unterwasserfahrt führte.

Im Ganzen sind wir aber mit dem derzeitigen Verhalten der Boote wirklich zufrieden und wenn ich nicht noch einen Tauchtank zum statischen Tauchen einbaue, bleibt meine U-48 noch lange so wie sie ist. Die Umbauzeit betrug bei Kurt etwa 25 Stunden, bei mir etwa 55 Arbeitsstunden. Im Übrigen habe ich noch einen zweiten Bausatz U-47 von ROBBE und aus dem soll ein statisch tauchendes VII D - Boot werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Toni Schwarz