U-Boottyp IXD2

Maßstab 1:40



Vorwort

von Hans Hofmann


Im Juli 2003 veranstaltete eine kleine Gruppe von Mitgliedern der Interessengemeinschaft Modell U-Boote Austria einen Kurzurlaub in Norddeutschland.

Es war viel mehr eine maritime Rundschau als Urlaub im eigentlichen Sinne, denn wir waren ständig auf Achse um alle unsere Reiseziele zu erreichen. Wir besichtigten die U995 in Laboe, die WTD 71 in Eckernförde, sogar ein Besuch an Bord der „U18“ im U-Bootstützung Eckernförde stand am Programm.

Am dritten Tag besuchten wir das „Traditionsarchiv Unterseeboote“ in Cuxhaven unter der Leitung von Herrn Horst Bredow. Einer unserer Freunde und Mitglied der IGU Dietmar Czirr, hatte diesen Besuch für uns arrangiert, für das wir uns an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bedanken möchten.

Herr Bredow führte uns durch das Archiv und zeigte uns alles was man in nur knapp zwei Stunden sehen und begreifen kann. Wir zeigten Herrn Bredow Fotos von unseren Modellen und erzählten ihm über die Technik der Boote, wie ein Modell gebaut wird und wie es funktioniert. Herr Bredow war sichtlich begeistert und sehr angetan und so ergab es sich im Laufe der Gespräche, dass uns Herr Bredow fragte, ob wir ihm nicht ein Modell des Typs IXD2 mit eingeschnürter Back bauen könnten. Vermutlich blieb im Trubel der Gespräche eine Antwort unsererseits auf Herrn Bredow’s Frage aus. Leider hatten wir nicht mehr Zeit zur Verfügung und wir hatten das Gefühl, dass, kaum hatten wir das Gebäude in der Bahnhofstraße 57 betreten, wir es schon wieder verlassen mussten.

Nach unserer Rückkehr aus Deutschland entsinnten wir uns der Bitte von Herrn Bredow und überlegten uns, dem Archiv ein Modell eines Bootes vom Typ IXD2 mit eingeschnürten Oberdeck zu bauen und als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

Dank eines großzügigen Sponsors war es uns möglich einen entsprechenden Rumpf anzuschaffen und in einer Gruppenarbeit das Boot zu bauen. Sechs Mitglieder teilten sich die Arbeit auf und zwar so, dass einer den Turm, einer das Deck, einer das Unterwasserschiff usw. baute. Am Ende wurde alles zusammengebaut und gehofft, dass es auch zusammenpasst.

Mit diesem Projekt möchten wir eine Brücke zwischen der IGU und dem U-Bootarchiv bauen und zeigen, dass U-Bootmodellbauer „nette Leute“ sind.  Es ist uns bewusst, dass Großzügigkeit heutzutage oftmals ausgenützt wird, und nur allzu selten kommt es vor, dass man sich für Hilfe und Anerkennung erkenntlich zeigt. Wir möchten Herrn Bredow mit dieser Leihgabe für seine jahrelange Arbeit danke sagen und hoffen, auch in Zukunft mit ihm viel zusammenarbeiten zu können.

Wir möchten damit auch bekunden, dass uns sehr viel an der Pflege und Bewahrung von Werten liegt und wir jedem, der so wie wir ernsthaftes Interesse an der Geschichte hat und dieses zeigt, helfen und unterstützen möchten.

Bei unserem Besuch erzählte uns Herr Bredow folgendes: Im Archiv gibt es zwei Arten von Luftballons. Einer ist mit guten Erlebnissen  gefüllt, der andere mit schlechten Erlebnissen. Wir wollen natürlich in den Ballon mit den guten Erlebnissen hineinkommen. Wir bewundern Herrn Bredow sehr für seine Arbeit, was er leistet und geleistet hat und wollen es auf keinen Fall bei diesem einen Besuch belassen.

Wir möchten ein guten Eindruck von uns im U-Bootarchiv hinterlassen und wir glauben, dass mit diesem Modell, mit dieser Leihgabe, uns das auch gelingen wird!


In dem folgenden Bericht ist der Bau des Modells stufenweise dokumentiert,  beginnend von der Beschaffung des Rumpfes, bis hin zur Fertigstellung des Modells.

Der Bau des Modells hat uns allen sehr viel Spaß bereitet und wir hoffen, dass dieses Projekt Früchte tragen wird!




Der Bau des Bootes


Der Rumpf

Hans Hofmann

Dezember 2003

Bauzeit ca. 40 Stunden


Es wurde lange überlegt wie das Boot gebaut werden sollte. Zeit spielt im  Modellbau im Normalfall keine Rolle, doch hier wollten wir den Bau des Bootes zügig vorantreiben. Wir hatten die Befürchtung, dass wenn mehrere Personen an einem Boot bauen, dass das Projekt irgendwann zum Stillstand kommen würde aufgrund der nicht immer einfachen Terminkoordination der beteiligten Modellbauer.

Ein kompletter Eigenbau des Rumpfes erschien uns daher aufgrund des Aufwandes und aus zeitlichen Gründen als nicht geeignet. Wir entschieden uns daher zum Kauf eines Fertigrumpfes, den es umzubauen galt.

Ein Hersteller von Schiffsmodellrümpfen in Hamburg fertigte uns einen Rumpf an den ich im Oktober 2003 in Hamburg abholte. Meine Schwester, die derzeit in Hamburg lebt sowie meine Freundin waren bei diesem Besuch ebenfalls mit dabei und halfen mit, das etwas sperrige Teil in den Hamburger Bussen und U-Bahnen zu transportieren.


Die als schwierigste Etappe des Transportes erwies sich der Transport in der Bahn auf der Heimfahrt, da der Rumpf in dem kleinen Zugabteil regelrecht eingekeilt werden musste. Das Bild rechts verdeutlicht diese Situation.

Der erste Arbeitsschritt am Rumpf war die Herstellung der Flutschlitze. Mit einem kleinen Bohrer wurden die Schlitze zuerst vorgebohrt und dann mit einer Flach- und einer Rundfeile fein ausgefeilt. Dies war der Teil der Arbeit, der wohl die meiste Zeit und auch Geduld in Anspruch nahm.

Nachdem alle Flutschlitze ausgebohrt und ausgefeilt waren, wurden die Tiefenruder am Bug sowie der Ruderschutz montiert. Bei der Montage habe ich darauf geachtet, dass sich die Tiefenruder bewegen lassen.

Nachdem der Anker montiert war, wurde die etwas kompliziertere Wellenanlage eingebaut

Dazu wurden in die am Rumpf angeformten Wellenhosen die Löcher für die Aufnahme der Wellenlagerung gebohrt und Messingrohre zur Führung der Welle eingesetzt. Danach wurde der aus Messing gefertigte Wellenbock montiert, die Schiffswellen eingefädelt und gemeinsam mit den Führungsrohren im Schiffskörper genau entlang der Schiffsachse ausgerichtet. Als alles im Anschluss noch einmal genau vermessen wurde, konnten die Teile verklebt werden. Auch hierbei wurde darauf geachtet, dass sich die Wellen drehen und auch wieder ausbauen lassen.

Nach der Montage der Propeller war der Bau der Wellenanlage abgeschlossen. Als nächstes musste noch die Ruderanlage im Heck gebaut werden.

Dazu wurden in den Rumpf wiederum Löcher für die Aufnahme der Ruderführungen gebohrt, Messingrohre für die Führung der Ruder eingesetzt, verklebt und anschließend die Ruder eingesetzt. Natürlich sind auch die Seiten- und die Tiefenruder beweglich ausgeführt.

Als nun der schiffstechnische Bau abgeschlossen war, machten wir uns Gedanken über die Art des Ständers. Wir entschieden uns für einen Sockelständer von dem wir glaubten, dass er sehr dekorativ sein würde.

Das Boot sollte auf zwei Stützen ruhen, die auf einem Holzbrett stehen.

Dazu mussten in den Rumpf zwei Gewindestangen eingesetzt und mit diesem verklebt werden. Da der Ständer von einem anderen Kollegen hergestellt wurde, war es schwierig über Telefon und e-Mail die genauen Bohrungsabstände im Boot und auf dem Ständer abzusprechen und zu koordinieren. Würden die Abstände der Gewindestangen mit den Bohrungsabständen im Ständer übereinstimmen? Wir wollten kein Risiko eingehen und entschieden uns die Löcher erst bei der Endmontage zu bohren – sicher ist sicher.



Das Deck

Anton Schwarz und Kurt Skrobanek

8.November 2003 – 18.2.2004

Bauzeit 62,5 Stunden


Begonnen hat die ganze Sache bereits kurz nach dem Besuch einer kleinen Gruppe der IG Modell-U-Boote Austria im U-Boot-Archiv des Herrn Bredow in Altenbruch bei Cuxhaven. Es wurde von Herrn Bredow der Wunsch nach einem Modell eines Typ IX - Bootes mit „Schnelltauchback“ geäußert und unser „BdU“ Hans Hofmann hat diese Idee aufgegriffen. Nachdem auch noch ein Sponsor für den Bausatz der Fa. Hasse gefunden war, wurde die Arbeit verteilt, wobei wir beide, Kurt und ich gleich einen der nicht gerade einfachsten Teile des Bootes zugeteilt bekamen, nämlich das Deck mit der Einschnürung.

Nach längerem Warten bekamen wir dann endlich auf der Modellbauausstellung in Pfaffstätten im Oktober 2003 unseren Teil übergeben. Dazu auch einen kleinen Plan im Format A3 (Abmessen und Umrechnen ergab einen Maßstab von 1:230!) und ein Foto, auf dem aber auch nicht allzuviel zu erkennen war.

Langes Herumstudieren ergab dann schließlich eine lange Liste von Umbauten, die an diesem Deck durchzuführen waren. Was die Arbeit auch noch zusätzlich erschwerte, war die nicht gerade sorgfältige Ausformung des Bauteils, denn die Schlitze zwischen den einzelnen Decksbalken der Holzimitation waren teilweise ausgefüllt oder sogar überfüllt und mussten recht mühsam ausgefräst werden. Auch war das Teil recht verzogen und musste vorsichtig nach den Anschlüssen im übrigen Rumpf wieder ausgerichtet werden.

Da das Deck von einem Modell des Typs IX-D2 kam, musste vorerst der vorhandene Wellenbrecher und das Geschützfundament entfernt werden. Beim Wellenbrecher ging das noch einfach durch vorsichtiges Wegschneiden, aber das Geschützfundament musste komplett aus dem Deck herausgefräst und das entstandene Loch (ca. 8x8 cm) verschlossen und die Beplankung ergänzt werden. Das gelang recht gut mit ABS, das in der entsprechenden Größe von unten eingesetzt und oben mit schmalen Streifen im Abstand der übrigen Decksbeplankung beklebt wurde.

Nun aber kam der schwierigste Teil der Arbeit, die „Schnelltauchback“. Intensives Studium des Planes ergab nach längeren Versuchen die Lage der Ausschnitte und dann wurde mit ängstlich klopfendem Herzen in den „Dremel“ ein schmaler Fräser (Zahnarztbohrer) eingespannt und nach Anzeichnen mittels Pappschablonen die wegfallenden Teile vorsichtig herausgeschnitten, immer der Gefahr bewusst, dass das nun an der stehen gebliebenen Stelle geschwächte Teil sehr leicht brechen könnte. Als nächstes wurde nach den Umrissen der Unterkante des Decks (bereits vor dem Ausschneiden abgenommen) eine 5 mm ABS-Platte angefertigt, in den stehen gebliebenen Teil eingepasst und mit Sekundenkleber befestigt. Mehrere Klebeversuche mit Stabilit, ABS-Kleber und anderen Klebern hatten nur negative Ergebnisse gebracht und waren für die Verbindung von GFK mit ABS nicht geeignet. Damit war wieder eine gewisse Stabilität des Bauteiles erreicht.

Weiter ging es jetzt mit dem Aufstellen der Seitenwände der Back, die zwischen die erwähnte Bodenplatte und das ursprüngliche Deck eingepasst werden mussten (GFK ist an der Unterseite bekanntlich uneben). Diese wurden dann ebenfalls mit Sekundenkleber befestigt und nun war die Stabilität des Decks wiederhergestellt und man konnte wieder „hingreifen“.

Jetzt fehlten noch die Ausrundungen. Dazu wurden vorerst Kartonschablonen angefertigt und diese dann aus 1mm ABS ausgeschnitten und an das Deck angepasst. Um sie aber mit dem Deck verkleben zu können habe ich - ebenfalls aus ABS - Kleberänder oben ins Deck (mit Sekundenkleber) und unten auf die Grundplatte geklebt. Die runden Teile wurden dann nach den Schablonen ausgeschnitten und unter leichtem Erwärmen - teilweise mit dem Warmluftgebläse und teilweise mit der Hand - gebogen, zurechtgeschliffen und eingeklebt. Damit war der Roh-Umbau des Decks endlich fertig.

Als nächstes folgten die Flutschlitze. Hierbei half uns eine von Kurt angefertigte Lehre, in die wir die Minibohrmaschine einspannen konnten und so die Flutschlitze grob aus den Seitenwänden des Decks herausfräsen konnten. Im Teil der Schnelltauchback musste das allerdings freihändig gemacht werden. Danach hat sich Kurt mit dem sauberen Ausfertigen der Flutschlitze recht intensiv beschäftigte. Bei unserer IGU-Weihnachtsfeier konnte dann unsere bisherige Arbeit schon präsentiert werden. Bei dieser Gelegenheit bekamen wir dann auch die noch fehlenden Teile für die Feinausfertigung des Decks (Relingstützen, Spill, Poller etc.), sodass der Weiterarbeit keine Hindernisse mehr im Wege standen.


Die nächsten Arbeitsschritte machten ein vorheriges Treffen mit Peter Horvath, der den Turm zugeteilt bekommen hatte, notwendig. Dabei wurde die Lage des Schnorchels, des Schnorchelkastens (noch von mir ins Deck einzubauen) und auch die Reling besprochen. Es ergab sich, dass die vorhandenen Relingstützen zu hoch und außerdem dreizügig waren. So wurden sie kurzerhand um den obersten Teil gekürzt und passten somit genau. Aber die Reling an den Typ IX - Booten ist ja an den Rumpfseiten, nicht auf dem Deck angebracht! Glücklicherweise ließen sich die Relingstützen (Messing) biegen. So wurden sie am unteren Ende um 45° gebogen, um den Fuß als seitliche Abstützung eine Drahtschlinge aus 0,6 mm Messingdraht gelötet und das Ganze mit 3 Bohrungen (eine davon schräg) in die Oberkante der Seitenwand des Decks gesteckt und mit dünnflüssigem Sekundenkleber nach dem Ausrichten verklebt. Klingt recht einfach, war aber eine lausige „Fuzzelei“. Nun folgten nur noch einige kleine „Schönheitsoperationen“: Das Spill mit den entsprechenden Verstrebungen auf dem Deck, Deckel mit Griffen, Rettungsbehältern, Ausfräsen der Auftritte an den Seitenwänden, Auspuffverkleidungen und schließlich das Einziehen der Relingdrähte in die Stützen.


Die Antennenstützen auf dem Achterdeck wurden nach meinen Erfahrungen mit dem Robbe-Bausatz U-47 aus Messing hergestellt und montiert.

Die gesamte Arbeit dauerte von 10. 11. 2003 bis 25. 1. 2004 und wir beide, Kurt und ich benötigten gemeinsam 62.5 (genau verbuchte) Arbeitsstunden. Am 2. 2. 2004 wurde von mir das fertige, aber natürlich unlackierte, Deck an Peter Horvath übergeben, der dann Deck, Turm und Schnorchel zusammenbaute.

Abschließend darf ich sagen, dass uns die Idee, ein Modell für das U-Boot-Archiv zu bauen, sehr gut gefiel und uns die Arbeit daran großen Spaß gemacht hat. Ich freue mich schon darauf, bei der Übergabe anwesend zu sein.




Der Turm

Peter Horvath

8.November 2003 – 18.2.2004

Bauzeit ca. 60 Stunden


Zuerst wurden bei der recht gut verarbeiteten GFK – Form des Turmes kleine Unebenheiten und Fehler mit Autokitt gekittet und geschliffen. Der im Maßstab 1:1 gehaltene und beiliegende Plan war nicht sehr aufschlussreich punkto Details und Ausführung der Beschlagteile. Am besten - meiner Ansicht nach - vom Plan abzulesen, war die Form der Reling für die beiden Plattformen. Mittels Holzschablonen wurde die Reling aus 1,5 mm und  1 mm Messingstangen geformt und gelötet. Wichtig ist dabei schon eine gewisse Fertigkeit und Genauigkeit sowie eine gewisse Kenntnis von Lötarbeiten.

Beim Studium etlicher Bücher und Fotos vom Typ IX konnte ich die Ausführung der Geschütze und Turmdetails wie Geländer, Stützen, Stiegen, Munitionsbehälter u.s.w festlegen. Man muss auch etwas Phantasie spielen lassen, wobei man den Maßstab 1:40 nicht vergessen darf. Aber ich glaube, es ist ganz gut gelungen und das Endergebnis liegt sehr nahe am Original.  Es wurde beschlossen, die ursprüngliche Version des Bootes, besonders die Geschütze, wesentlich zu ändern.

Nach Originalfotos von Herrn Bredow wurde die Bewaffnung auf folgende Ausrüstung geändert: Obere Geschützplattform 2 x 2 cm Zwillingsflak, untere Geschützplattform 1 x 3,7 cm Flak. Die Geschütze aus Messingguß und Kunststoff sind recht gut gearbeitet und waren nur leicht nachzubessern. Mit Superkleber und „Uhu Plus sofortfest“ war der Zusammenbau relativ einfach. Allerdings war für die Bewaffnung keinerlei Plan vorhanden. Wenn man keine Fotos zur Hand hat und vorher nicht weiß wie die Geschützen aussehen sollen, war es schwierig.

Das ursprüngliche Angriffssehrohr wurde durch ein detailgetreueres Sehrohr, das Hans gebaut hatte, ersetzt- Der beiliegende Peilrahmen sowie die Funkmessantenne jedoch waren sehr schön gearbeitet und verwendbar. Beides wurde aus Messingguß hergestellt und war mit Superkleber ebenfalls gut zu bearbeiten.

In der Turminnenseite wurden die Auftritte für die Ausguckmannschaft aus 1 mm ABS – Resten hergestellt und innen angeklebt. Sehr gut macht sich noch die innere Auskleidung mit echtem Holz wie beim Original. Kleine Streifen aus 1 mm Holzfurnier wirkten optisch sehr gut.


Eine Herausforderung war sicherlich der Einbau des Schnorchels.

Toni und Kurt bauten das Oberdeck mit Einschnürung am Vorschiff.

Beim Original erhoffte man sich eine schnellere Tauchzeit.


Bei diesem Modell wurde wie beim Original dieser Baureihe das 10 cm Deckgeschütz nicht verwendet und ein Schnorchel eingebaut. Nachdem die richtige Position festgelegt war, baute Toni am Oberdeck die Ausnehmung für den klappbaren Schnorchel. Den Schnorchelkasten konstruierte er ebenfalls aus ABS-Resten.

Mit einer 4 mm Gewindeschraube und einem Messingrohr fertigte ich die Achse zum auf- und abklappen des Schnorchels. Schwierig war noch die Herstellung der Zuluftleitung die außen am Turm angebracht war. Nach einiger Überlegung bezüglich des Materials entschied ich mich für 5 mm Kupferkabel da man dieses sehr gut in die gewünschte Form biegen konnte.

Mittels zwei zugeschliffenen Schraubenmuttern baute ich am Schnorchel und der Zuluftleitung die Anschlussflansche nach. Weiters konnte ich noch aus Resten aus der Bastelkiste das Funkortungsgerät „Bali“  herstellten. Wie beim Original für Unterwasserfahrt montierte ich es am Schnorchelkopf .


Als Abschlussarbeit wurde der Turm mit zwei Stück M 3 Gewindestangen und „Uhu Plus endfest“ am Oberdeck festgeklebt. Für die Fixierung des Schnorchels am Turm verwendete ich die mitgelieferte Halterung und ABS – Reste.

Als dann auch die Montage des Turmes an das Oberdeck erfolgt war, konnte mit dem Zusammenbau des Decks mit dem Rumpf begonnen werden.



Der Zusammenbau

Peter Horvath, Hans Hofmann, Alfred Pfeiffer


27. Februar 2004 – Mitte März

Bauzeit ca. 20 Stunden


An diesem Freitag Abend trafen sich Peter Horvath, Hans Hofmann und Alfred Pfeiffer um das Oberdeck mit dem Rumpf zu verbinden. Zu Baubeginn wurde überlegt, das Obderdeck abnehmbar auszuführen, doch aufgrund der dabei vorhandenen Trennspalte, die optisch nicht besonders ansprechend ist, wurde schnell der Entschluss gefasst, das Boot „in einem Stück“ herzustellen.

 

Zuerst wurde der Rumpf auf der Innenseite im Bereich der Flutschlitze schwarz lackiert, damit man nicht von außen durch die Flutschlitze hindurch das weiße GFK erkennen kann. Nach dem Austrocknen des Lacks begannen wir mit der Montage des Oberdecks.

Die Schwierigkeit in dieser Bauphase war, dass das Oberdeck ungewöhnlich stark verzogen war und auf das Unterwasserschiff nur schwer passte. Die Maßgenauigkeit ließ sehr zu wünschen übrig. Es vergingen an die drei Stunden bis das Oberdeck exakt ausgerichtet war und wir mit den ersten Heftklebungen beginnen konnten.


Da der Kleber, in diesem Falle „STABELIT EXPRESS“, eine sehr kurze Verarbeitungszeit hatte, mussten wir uns beim Anpassen sehr beeilen und exakt arbeiten. Zu dritt wurde kontrolliert, gemessen, ausgerichtet, wieder ausgerichtet und wieder kontrolliert. Als dann die Klebestellen markiert waren, wurde der Kleber vorbereitet und innerhalb weniger Minuten am Modell verarbeitet. Damit das Oberdeck nicht wieder vom Rumpf abspringen konnte, wurde es unmittelbar nach der Klebung mit Klebebänder gegen Abrutschen am Rumpf fixiert. Da das Deck aber wie schon erwähnt  sehr verzogen war, entstand auf einer Seite des Bootes ein größerer Spalt. Dieser Spalt wurde im Zuge der Schleifarbeiten mit Kitt aufgefüllt und glatt mit dem Rumpf verschliffen.

Während der Kleber trocknete, wurden die Abdeckungen für das Heck und dem Bug angepasst und aufgeklebt. Auch hierfür mussten ein paar kleinere Adaptionsarbeiten durchgeführt werden, die aber rasch erledigt waren.


Da es schon sehr spät am Abend geworden war weil wir auf das Trockenwerden des Klebers warten mussten und deshalb nicht weiterarbeiten konnten, entschieden wir uns, die Kitt- und Schleifarbeiten an einem anderen Tag vorzunehmen.



Die Lackierung und das Finish

Alfred Pfeiffer, Hans Hofmann


März 2004

Arbeitszeit ca. 15 Stunden


Nachdem das Boot fertig zusammengebaut war, musste der Druckkörper noch verkittet und verschliffen werden.

Um die Trennfugen zu verschließen, verwendete ich „Topspachtel-Kitt“ wie er in der Autoindustrie verwendet wird. Dieser Kitt hat den Vorteil, dass er ein wenig elastisch ist und auch für Kunststoffe geeignet ist. Ich trug den Kitt auf das Boot auf und wartete ein paar Minuten bevor ich mit den Schleifarbeiten beginnen konnte. Der Grobschliff erfolgte mit Schleifpapier mit 40-er Körnung. Dieser Arbeitsvorgang dauerte ca. drei Stunden. Danach trug ich auf den entsprechenden Stellen nochmals Kitt auf und begann mit dem Feinschliff (100-er Schleifpapier). Nach ca. einer halben Stunde war das Boot fertig geschliffen und man konnte keine Stoßstellen oder Trennstellen mehr erkennen.

Als Lackiervorlage dienten mir diverse alte Fotos aus Büchern und Zeitschriften. Zuerst musste ich die Wasserlinie anzeichnen und mit Klebeband aus der Autoindustrie abdecken.


Zuerst lackierte ich das Unterwasserschiff im Farbton RAL7012 matt. Damit nicht versehentlich Farbe auf die senkrechten Flächen des Bootes gelangen konnte, deckte ich diese Stellen ebenfalls mit Zeitungspapier dementsprechend ab. Nachdem das geschehen war, wurde das Oberdeck mit samt dem Turm und das Unterwasserschiff mit der Air-Brush-Pistole lackiert. Das Lackieren dauerte eine halbe Stunde, danach wurden, nachdem der Lack leicht angezogen hatte, die Abdeckbänder entfernt und entsorgt.

Nachdem der Lack fertig ausgehärtet und getrocknet war, machte ich mich an den komplizierteren Teil der Lackierung. Die zuvor abgeklebten Seitenteile, die noch

immer weiß waren, wurden unter Hilfenahme von Schablonen in einem helleren Farbton
(RAL7000) ebenfalls mit der Air-Brush-Pistole lackiert. Mit diesem Arbeitsschritt war auch die Lackierung des Bootes abgeschlossen. Bei einem prüfenden Blick auf das Boot fiel mir auf, dass mit dem Lack irgendetwas nicht stimmte.


Offensichtlich dürfte ich einen etwas älteren Lack erwischt haben denn die Lackierung hatte einen seltsamen Farbkontrast! Doch nachdem der Lack vollständig ausgetrocknet war, stellte ich fest, dass diese Farbkontraste eine anfangs zwar unerwünschte, doch dann doch sehr tollen Effekt hatte. Die Oberfläche des Bootes sah richtiggehend nach Metall aus, ein Effekt, den man wenn man es wollte sicher nicht zustande brächte.

Ein paar Tage später kam Hans zu mir nach Hause und wir brachten an dem fertigen Boot die Netzabweiser, Rettungsringe und andere Kleinteile am Boot an. Auch die letzten kleineren Lackierarbeiten, wie zum Beispiel die Positionslaternen, wurden noch an diesem Tag gemalt.

Nun ging es daran das Boot transportgerecht zu verpacken.

Kurt stellte uns eine riesige Kiste aus Pappe zur Verfügung, die wie angegossen zu dem Boot passte. Nachdem ich das Boot nicht alleine einpacken konnte, kam wiederum Hans zu mir und wir gingen gemeinsam ans Werk.

Damit dem Boot während des Transportes nichts passieren konnte, plünderten Hans und ich die Altpapiertonne. Wir stopften die verblieben Hohlräume der Kiste mit alten Zeitungen aus und verschlossen die Kiste mit dem Deckel und jeder Menge Klebeband.


Das Boot war nun sicher für die lange Reise verpackt. Während der vielen Stunden in den Bastelkellern, freuten wir uns alle schon auf die Übergabe des Bootes an das „Traditionsarchiv U-Boote“ und an Herrn Bredow.

Wir freuen uns über die gelungene Arbeit, vor allem aber, dass wir dieses Gemeinschaftsprojekt mit Freunden verwirklichen konnten.



 



 

Zum Abschluss


An dieser Stelle möchten wir uns auch bei unseren Freunden und Gönnern der Interessengemeinschaft Modell U-Boote Austria bedanken, ohne deren Unterstützung wir dieses Modell nie hätten bauen können.

 

Dieses Modell zu bauen war für uns ein besonderes Ereignis und eine gemeinschaftliche Erfahrung, die wir nicht missen möchten.

 

Wir hoffen, dass dieses Modell den Besuchern des „Traditionsarchives Unterseeboote“, in Zukunft viel Freude bereiten wird und, dass es einen Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen dem „Traditioinsarchiv Unterseeboote“ und der „Interessengemeinschaft Modell-U-Boote“ setzt. Für uns war und ist es eine große Ehre dem U-Boot-Archiv dieses Modell leihweise zur Verfügung stellen zu dürfen.

 

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit hoffen die Erbauer des Modells:

 
 
 
Horvath Peter Hofmann Hans Mikulics Christian

 

 

 
Pfeiffer Alfred
Schwarz Anton Skrobanek Kurt