Wir verfluchten das Ding und widmeten uns unserem Spezialgebiet – die Elektronik. Durch unsere anfänglichen Kenntnisse entwarfen wir mehrere Platinen, die durch einen unserer Lehrer der HTL geprüft und korrigiert wurden. Da er die Umstände in unserem Boot nicht kannte, konnte er uns nicht mitteilen, dass wir einerseits Potentialprobleme und in Folge dessen flatternde Relais haben werden. Durch professionelle Umstrukturierung der Verdrahtung gelang uns eine Verringerung der explodierenden Bauteile und somit eine vorläufig funktionierende Steuereinheit.

Da wenigstens eine Komponente „fertig entwickelt“ war, begaben wir uns wieder zum Problemkind Ballasttank. Durch stundenlanges Brainstorming und enormen Papierverbrauch kamen wir zu dem Entschluss, dass ein länglicher Tank das Wasser hin und her schwappen ließe und somit nur ein geschlossenes System funktionieren würde.

Im Krankenhaus angelangt, um nach einer richtig dicken Spritze oder einem Infusionsbeutel zu fragen, wurden wir abgewiesen, da für Privatpersonen diese Gegenstände nicht zugänglich sind.

Da die Werkstatt mittlerweile einem Schlachtfeld glich, mussten wir auf Befehl Fredis Eltern zusammenräumen – zum Glück!!! Durch Berge Müll und Mist wühlend fanden wir einen kaputten Lederfußball. Es wurde nicht lang gefackelt und wenige Momente später zerschnitt Stefan den Ball und seinen halben Finger. Blutend, aber grinsend stand er mit der Lösung des Problems vor mir – dem Innenleben des Balls. Kurzerhand wurde einfach ein

Schraubventil in das Ballventil geschraubt, 2 Scheibenwischer-Pumpen mit Schläuchen drangehängt und fertig war das Ballasttanksystem.

Im U-Boot befindet sich ein ausgeklügeltes Notsystem, das bei einer Störung den Ballasttank lenzt. Das System beinhaltet 3 Wassersensoren, falls es zu Undichtheiten kommt, und, oh mein Gott, das war oft der Fall. Diese Wassersensoren verdanken wir Fredis kleinem Bruder, der voller Freude mit seinem McDonalds Juniortüten-Spielzeug vor uns spielte – Ein Hai, der bei Wasserberührung leuchtende rote Augen bekam.

Die roten Augen spiegelten sich in Fredis Bruder wider, wie er sah, dass wir seinen Hai auseinander nahmen, um seine Eingeweide in unser U-Boot einzubauen. Einer war zu wenig, daher mussten wir gezwungenermaßen weitere 2 Juniortüten verdrücken, um an unsere Wassersensoren zu kommen. Außerdem wurden eine Spannungsprüfung, die bei zu geringer Spannung ebenfalls Alarm
schlägt, und eine Zeituhr, die verhindern soll, dass das U-Boot, z.B. durch einen defekten Empfänger, auf dem Grund liegen bleibt, in das U-Boot eingebaut. Eigentlich wäre es gedacht, einen Schwimmkörper, der bei Notprogramm ein dünnes reißfestes Seil an die Wasseroberfläche zieht, einzubauen. Dieses Konzept wurde bis heute nicht umgesetzt.