DELPHIN VON NORBERT BRÜGGEN

Der Artikel ist auch nachzulesen in der "Turm ist raus", Ausgabe 24.

Da meine VIIc von Schaffer noch immer nicht fertig ist und ich endlich ein einsatzfähiges U-Boot haben wollte, suchte ich ein billiges einfach zu bauendes Modell. Der Delphin von Norbert Brüggen erfüllt diese Vorraussetzungen optimal.

Der Gesamtaufwand hielt sich mit ca. 400 € in Grenzen und die Bauzeit kann man mit zwei Monaten als kurz bezeichnen.

Delphin-OriginalfotoDer Entwurf des Originals erfolgte 1944 da bei den bisherigen Kleinubooten die Erfolge ausblieben.

Es wurden drei Prototypen gebaut und Versuche mit E-Motoren und einen Kreislauf - Benzinmotor unternommen, sowie eine Variante mit vorderen Tiefenrudern entwickelt. Die „Tropfenform“ des Rumpfes ermöglichte Geschwindigkeiten bis 17kn und diese Rumpfform wurde dann auch bei den Neukonstruktionen von Jagdubooten übernommen.

Auf beiliegenden Bild sieht man den ersten Prototyp des Originals 1945. Angetrieben wurde er mit dem Heckstück eines Elektrotorpedos. Der Steuermann unter der Glaskuppel trug eine Fliegermontur inklusive Atemmaske. Eine Tauchzelle war nicht vorgesehen, das Boot tauchte rein dynamisch.

Das Modell ist einfach aufgebaut und alle Teile bis auf die Servos, Empfänger und Regler sind im Bausatz enthalten. Als Akku konnte ich einen vorhandenen 7-zelligen Flugakku verwenden.

Der Zusammenbau ging zügig voran, nur die beiliegenden Blechtreiberschrauben für die Motorbefestigung habe ich durch M3 Niro Schrauben ersetzt, es mussten nur Gewinde in den GFK Rumpf geschnitten werden.

Delphin_3Die Ruderanlage besteht aus dünnen Messingblech, ist sehr strömungsgünstig und verursacht einen minimalen Wasserwiderstand. Die Scharniere der Ruder habe ich aus 2mm Kupferrohr angelötet, da das beiliegende selbstklebende Kupferband schon bei der Montage abgerissen ist.

Die beiden dem Original nachempfundenen Seitenruder reichten jedoch von der Größe her bei weitem nicht aus. Der Wendekreis ist so groß, dass in einem Becken wie in Böheimkirchen keine Kurve ohne reversieren möglich ist.

Durch ein über die ganze Höhe gehendes Seitenruder mit der ca. 5-fachen Größe kann das Boot jedoch optimal gesteuert werden. Die Wendigkeit ist auch unbedingt notwendig um keinen Kollegen über den Haufen zu fahren bzw. sich in den Beckenrand „einzubauen“.

Delphin_2Zum Schluss bekam der Delphin noch eine Beleuchtung mit einer roten LED oben und einer Superhellen LED an der Bugspitze. Die Beleuchtung kann mit einen Miniservo und einem Mikroschalter geschaltet werden. Vorne goss ich noch eine „weiche“ Schnauze in Form einer Silikonhalbkugel die Kollisionen jeder art abfedert (auch gut für die gerammten Kollegen!).

 

Bei der ersten Fahrt überraschte der Delphin mit einer verblüffend hohen Unterwassergeschwindigkeit die an ein Torpedo erinnert.

 

Vorerst habe ich den Turm weggelassen und damit ist es eher ein Renn-U-Boot (Kampfzäpfchen).

Daher weniger Scale und dafür mehr Spaß. Beim Fahrbetrieb muss man aber höllisch aufpassen andere nicht zu rammen oder sich selbst in den Beckenrand „einzubauen“.

Dafür sind akrobatische Einlagen wie Loopings und komplett aus dem Wasser hüpfen möglich. Im trüben und seichten wasser ist mir der Delphin auch schon öfter im Schlamm stecken geblieben und nur mehr mit dem Retourgang wieder rausgekommen.

Auf diesen Nervenkitzel kann ich aber in Zukunft verzichten.

Als Fazit kann ich sagen, ein billiges, einfach zu bauendes und beim Fahren interessantes U-Boot.

Delphin_1

Liebe Grüße Werner